Historischer Hintergrund der Reitkunst
In der Epoche des Barock (1600 bis 1800) erlangte die Reitkunst ihren Höhepunkt an den Höfen der europäischen Königshäuser.
Wo praktisch alles, Architektur, Gärten, Theater, Gesang und sogar die Morgentoilette des Königs zu einer Kunstform erhoben wurde,
durfte die Reiterei nicht fehlen.
So entwickelte sich aus der Kriegsreiterei der spanischen Genetten die Reitkunst,
ausgehend von den Reitakademien in Neapel nach ganz Europa.
Bekannt sind Absolventen am französischen sowie am spanischen Königshaus.
Historisch interessant ist dabei, dass Neapel 1496 durch eine Allianz aus Spanien und dem Hause Habsburg - also Österreich -
von den Franzosen befreit werden konnte und von da an zu Spanien gehörte.
Die Habsburger, welche in Wien residierten und den “Heiligen Römischen Kaiser” stellten,
waren seit der Heirat von Maximilian I. mit der Tochter des Königs von Burgund (1477), mit Frankreich verfeindet.
Der Erzherzog von Österreich, Maximilian I. verheitratete seine Kinder mit Nachkommen aus dem spanischen Königshaus
und schmiedete dadurch eine Allianz, die sich auf die Reiterei bis in die heutige Zeit ausgewirkt hat.
Da Spanien zum Haus Austria gehörte, hatten die Habsburger direkten Zugriff auf die damals so wichtigen Kriegspferde
sowie die überlegene Reitweise der Spanier.
Spanische Pferde wurden nach Österreich verbracht und später dort gezüchtet, woraus die Rasse der Lipizzaner entstand.
Die "Spanische Hofreitschule" wurde in Wien gegründet. Österreichische Offiziere wurden dort ausgebildet
und wirkten als Multiplikatoren für die Armee, wogegen gegenüber der Öffentlichkeit die Reitweise als Staatsgeheimnis gehütet wurde.
Nicht mit den Habsburgern verbündete Königshäuser hatten nur die Möglichkeit Ihre adeligen Nachkommen an die Reitakademien
in Italien zu schicken, um sie dort ausbilden zu lassen. Schüler aus Frankreich waren unter anderen Salomon de la Broue und
Antoine de Pluvinel.
An die begehrten Pferde spanischer Rasse kamen sie aber nicht ohne Weiteres.